Brandenburg an der Havel

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Ortsbeschreibung
Ort
Aus dem Havelland
Wie silberne Adern ziehen sich die verzweigten Arme der Havel durch das Stadtbild von Brandenburg an der Havel und verbinden die drei historischen Inselstädte Altstadt, Neustadt und die Dominsel. Letztere gilt als Wiege der Stadt und blickt auf über 1.000 Jahre bewegte Geschichte zurück – als ältester Siedlungskern war sie bereits im frühen Mittelalter ein kulturelles und geistliches Zentrum. Alt- und Neustadt, beide im 12. Jahrhundert gegründet, wurden 1715 zur heutigen Stadt vereint und empfangen Besucher mit einem reichen Erbe aus gotischen Backsteinbauten, Kirchen und Bürgerhäusern.
Durch Kanäle und Geschichte
Die Havelstadt ist nicht nur ein historisches Juwel, sondern auch ein Paradies für Wasserwanderer. Über 65 Kilometer Wasserwege durchziehen das Stadtgebiet – etwa 20 Prozent der Fläche bestehen aus Wasser. Vom Kajak oder Hausboot aus eröffnen sich neue Perspektiven auf mittelalterliche Flutgräben, ehemalige Schleusenanlagen, blühende Seerosenfelder und grüne Uferlandschaften. Die Stadt macht ihrem Beinamen „Venedig der Mark Brandenburg“ damit alle Ehre – allerdings mit märkischem Charme und ganz ohne große Besucherströme.
Vom Industriezentrum zur Wasserstadt der Zukunft
Schon im Mittelalter florierte Brandenburg an der Havel als Mitglied der Hanse. Im 19. und 20. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt zu einem der bedeutendsten Industriestandorte Ostdeutschlands. Nach den Umbrüchen der 1990er Jahre beschritt sie neue Wege – heute gilt sie als Modellregion für nachhaltiges Leben am Wasser.
Historische Gebäude wurden kreativ neu genutzt: Aus ehemaligen Mühlen entstanden moderne Lofts, aus einer alten Spinnerei wurde ein Drive-in-Supermarkt für Hausboote mit eigenem Bootsanleger. Die Stadt zeigt eindrucksvoll, wie Strukturwandel gelingen kann – mit Innovationsgeist und Respekt vor der eigenen Geschichte.
Wo Geschichte auf Natur trifft: Der Mühlendamm
Ein Spaziergang entlang des Mühlendamms offenbart die faszinierende Überlagerung der Zeiten: Hier stehen die auf Stelzen gebauten Hütten der Stadtfischer neben prachtvollen Fabrikantenvillen, ein historisches Pegelhäuschen überwacht den Wasserstand der Havel, während mächtige Backsteinmühlen aus der Industriezeit wie stille Denkmäler wirken. Inmitten dieser Szenerie schlängeln sich Wege durch das üppige Grün der Kleingärten, aus dem sich majestätisch der Dom St. Peter und Paul erhebt. Reiher, Entenfamilien und Schilfgürtel schaffen eine ruhige Naturkulisse – mitten im Herzen der Stadt.
Urbanes Naturerlebnis auf dem Wasser-Rundkurs
Der sieben Kilometer lange Innenstadt-Wasserkurs lädt zu einer entschleunigten Stadterkundung vom Wasser aus ein. Zahlreiche Anleger – etwa am Salzhofufer, am Jungfernsteig oder am Neustädtischen Wassertor – ermöglichen spontane Landgänge. In wenigen Gehminuten sind bedeutende Sehenswürdigkeiten erreichbar: die St. Katharinenkirche, das Archäologische Landesmuseum im Paulikloster, die St. Gotthardtkirche oder die St. Nicolaikirche. Inmitten von rund 74.000 Einwohnern erleben Besucher lebendiges Stadtflair – mit einem Paddel in der Hand und Geschichte unter den Füßen.
Loriots Erbe: Die Waldmöpse als tierische Stadtführer
Doch Vorsicht – Sie sind nicht allein! Überall in der Innenstadt beobachten die berühmten „Waldmöpse“ neugierig das Geschehen. Die bronzenen Skulpturen sind eine liebevolle Hommage an den großen Humoristen und Ehrenbürger Vicco von Bülow, besser bekannt als Loriot. Besonders an der St. Johanniskirche lässt sich gleich ein ganzes Rudel dieser charmanten Kunstwerke entdecken – natürlich mit einem Augenzwinkern.

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