Wer durch Selbelang spaziert, kann zwei außergewöhnliche Zeitzeugen entdecken: Zwei mächtige Mammutbäume erinnern hier an die Geschichte des ehemaligen Rittergutes und seines Parks. Doch wann genau die Baumriesen gepflanzt wurden und wer sie einst nach Selbelang brachte, ist bis heute nicht eindeutig überliefert.
Eine Spur führt ins 19. Jahrhundert und zur Familie von Erxleben. Sie übernahm das Rittergut Selbelang um 1840. Unter Otto Friedrich Ehrenreich von Erxleben wurde das Gut weiterentwickelt und ein neues Herrenhaus errichtet. Aus dem Jahr 1868 ist zudem ein Plan des Schlossparks „vor seiner Umgestaltung und dem Schloßneubau“ überliefert. Er zeigt, dass in dieser Zeit nicht nur gebaut, sondern auch die Parkanlage neu gestaltet wurde.
Kamen die Mammutbäume mit der neuen Parkgestaltung?
Das wäre durchaus denkbar. Mammutbäume waren im 19. Jahrhundert eine botanische Besonderheit und wurden nach ihrer Einführung in Europa gerne in herrschaftlichen Parks und großen Gartenanlagen gepflanzt. Auch zeitlich würde eine Pflanzung während oder nach der Umgestaltung des Selbelanger Parks passen.
Belegt ist diese Verbindung bislang allerdings nicht. Historische Unterlagen, die den Kauf oder die Pflanzung der beiden Bäume eindeutig dokumentieren, sind bisher nicht bekannt. Deshalb bleibt offen, ob tatsächlich die Familie von Erxleben die imposanten Exoten nach Selbelang holte.
Fest steht dagegen: Die beiden Mammutbäume haben inzwischen selbst Geschichte geschrieben. Mit ihren mächtigen Stämmen und Höhen von mehr als 25 Metern prägen sie das ehemalige Gutsgelände. Seit 1990 stehen beide als Naturdenkmale unter Schutz.