Werder (Havel) - Ein Hauch von Toscana mitten in Brandenburg

Tipp
Sehenswürdigkeiten
Aus dem Havelland
Die Stadt Werder (Havel) gehört zu den malerischsten Orten im Havelland. Als staatlich anerkannter Erholungsort liegt sie eingebettet in eine reizvolle Seen- und Flusslandschaft und verbindet historische Baukultur mit einer jahrhundertealten Tradition des Obstbaus. Schon der Name „Werder“ – ein altes Wort für „vom Wasser umflossenes Land – verweist auf die besondere Lage der Stadt: Die historische Altstadt befindet sich auf einer Insel mitten in der Havel.
Ihre Ursprünge reichen bis ins Mittelalter zurück. Aus einer kleinen Fischersiedlung entwickelte sich über die Jahrhunderte eine lebendige Inselstadt. Das städtebauliche Grundkonzept der Altstadt entstand im Wesentlichen im 17. Jahrhundert und ist bis heute gut erkennbar. Besonders am östlichen Ufer vermitteln enge Gassen und kleine, gedrungene Häuser noch immer den Eindruck der ursprünglichen Fischersiedlung. Auch heute wird frischer Fisch aus der Havel und den umliegenden Seen angeboten – eine Tradition, die den Charakter der Stadt bis heute prägt.
Die Silhouette der Inselstadt wird von zwei markanten Bauwerken bestimmt: dem 45 Meter hohen Turm der neugotischen Heilig-Geist-Kirche sowie der rekonstruierten Bockwindmühle, die weithin sichtbar über der Stadt aufragt. Zusammen mit der von Peter Joseph Lenné gestalteten Kulturlandschaft rund um die Havel prägen sie das unverwechselbare Panorama Werders.
Auch die historische Bebauung erzählt von der Entwicklung der Stadt. Urige eingeschossige Fischerhäuser, kleine Gärten der Obstbauern – der sogenannten „Obstmucker“ – und der barocke Putzbau des Alten Rathauses zeigen, wie stark die Bauweise des 18. Jahrhunderts das Stadtbild bis heute beeinflusst. Um 1900 wuchs Werder über die Insel hinaus auf das Festland. Die entstandene gründerzeitliche Vorstadt mit ihren reich verzierten Fassaden bildet heute das geschäftige Zentrum der Stadt.
Besondere Bekanntheit erlangte Werder durch seine lange Tradition im Obstanbau. Wenn im Frühjahr tausende Obstbäume in voller Blüte stehen, verwandelt sich die Region in ein farbenprächtiges Landschaftsbild. Seit 1879 wird dieses Ereignis mit dem berühmten Baumblütenfest gefeiert – eines der größten Volksfeste Brandenburgs. Besucher genießen hier regionale Spezialitäten wie Obstweine der Werderaner Obstzüchter oder Qualitätswein vom Wachtel- und Galgenberg, dem nördlichsten zusammenhängenden Qualitätsweinanbaugebiet Europas.
Ein Ort, an dem sich diese Tradition besonders anschaulich erleben lässt, ist das Lindowsche Haus am Fuße des Galgenbergs. In dem denkmalgeschützten ehemaligen Obstzüchtergehöft aus dem Besitz des Obstbaupioniers Friedrich Lindow befindet sich heute die Tourist-Information der Stadt. Moderne Informationsangebote treffen hier auf die lange Geschichte des regionalen Obstbaus.

In der Nähe