Lesebank in Paaren im Glien

  • Tipp
  • Sitzbänke
Glien kommt vom slawischen Wort glina und bedeutet Lehm. Die Elbslawen, die seit dem 7. Jahrhundert hier siedelten, benannten ihr Land nach dem Boden unter den Füßen. Paaren selbst heißt „Ort in sumpfiger Gegend“ und wird 1412 erstmals erwähnt. Aus diesem schweren, feuchten Grund ist vieles gewachsen, was man im Dorf noch sieht: Fachwerk mit Lehmwänden, eine Kirche aus Backstein, Felder und Ställe, in denen bis heute die Landwirtschaft das Gespräch bestimmt.Die Lesebank steht am Anger, direkt vor dem Dorfgemeinschaftshaus. Neben ihr wartet eine Bücherzelle. Man zieht ein Buch heraus, setzt sich und liest gleich los.

Das Haus mit den Lehmwänden
In Sichtweite der Lesebank steht das Stägehaus, ein havelländisches Mittelganghaus aus Fachwerk und Lehm. Es entstand nach dem großen Dorfbrand von 1678 und war acht Generationen lang Wohn- und Arbeitsstätte der Familie Stäge. Die schwarze Küche von damals ist erhalten geblieben. Heute lädt das Haus zum Einkehren ein. Die Stube erinnert an eine Puppenstube, an sieben Tischen finden rund 30 Gäste Platz. Der Kuchen ist selbst gebacken, beliebt sind Kirschstreusel und Käsekuchen, und das Brot kommt aus dem Holzbackofen im Hof. Beim Backofenfest wird er angeheizt, dann gibt es Brot, wie es früher gebacken wurde, mit frischer Butter aus dem Butterfass. Selbstgebuttert, versteht sich. Im Haus zeigt außerdem ein kleines Museum, wie früher auf dem Land gelebt wurde.

Die Kirche und ihre Glocke
Die neugotische Backsteinkirche mit dem spitzen Turm ist weithin sichtbar. 1886 wurde sie eingeweiht, nachdem man die Fachwerkkirche aus der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg abgerissen hatte. Zwei Stücke zogen aus der alten Kirche um: die Gesell-Orgel von 1874 und eine Glocke, die um 1400 entstand. Im Innenraum stehen ein Sandsteinaltar und Repliken der Apostel Paulus und Petrus, die Originale sind in der Sacrower Heilandskirche zu sehen.

Wo das Land zeigt, was es kann
Der MAFZ-Erlebnispark breitet sich auf rund 23 Hektar aus. Jedes Jahr im Mai trifft sich hier das Land zur BraLa. Die Brandenburgische Landwirtschaftsausstellung gibt es seit 1991 und ist die einzige überregionale ihrer Art im Land. Im September folgt das Havelländer Erntefest. Dann ziehen geschmückte Erntewagen im Festumzug durch das Dorf, und die neue Erntekönigin oder der neue Erntekönig wird gekrönt.

Feiern, kegeln, Eselwanderung
Das Dorfgemeinschaftshaus wurde 2020 umgebaut und modernisiert, die Feuerwehr bekam einen Anbau für ihre Fahrzeuge. Für Feierlichkeiten steht ein großer Saal mit Bar bereit. Wer es sportlicher mag, bucht das Keglerheim, die frühere Gaststätte „Zum Kegler“ mit rekonstruierter Kegelbahn.
Ruhiger geht es bei den Eselfreunden zu. Der gemeinnützige Tierschutzverein in der Gartenstraße nimmt Esel aus Notlagen auf, die meisten seiner Tiere sind gerettet. Bei einer geführten Eselwanderung durch die havelländische Natur lernt man sie kennen, und wer mehr wissen will, macht den Eselführerschein oder besucht einen Kurs. Ein Esel bestimmt das Tempo, und das ist selten schnell. Die Einnahmen kommen ausschließlich dem Tierschutz zugute.

Gut zu wissen

Kontaktdaten

Hauptstraße
14621 Paaren im Glien