Kirche Falkenrehde

Tipp
Kirchen
Mitten im Ort Falkenrehde, direkt an der viel befahrenen B 273 zwischen Nauen und Potsdam, steht die Dorfkirche Falkenrehde – ein Bauwerk, das leicht übersehen wird und doch eine außergewöhnlich vielschichtige Geschichte erzählt. Westlich der Hauptstraße fällt das rot gestrichene Gotteshaus sofort ins Auge. Trotz der heutigen Verkehrsnähe bewahrt die Kirche eine besondere Atmosphäre und gehört zu den kunst- und kulturhistorisch bemerkenswerten Dorfkirchen des Havellandes.
Bereits um 1300 existierte in Falkenrehde ein sakraler Raum; vermutlich ist im breiteren Westteil des heutigen Gebäudes noch mittelalterliche Bausubstanz erhalten. Die heutige Saalkirche entstand Mitte des 18. Jahrhunderts, zunächst mit flacher Decke und einem barocken Westturm. Umfangreiche Umbauten im Jahr 1910 prägten ihr heutiges Erscheinungsbild: Der alte Turm wurde abgetragen, stattdessen entstand an der Nordostecke ein neuer Turm mit geschweifter Haube. Ergänzt wurde das Gebäude durch eine Vorhalle und eine Gutsherrenloge.
Im Inneren überrascht die Kirche mit einer aufwendig gestalteten Ausstattung. Die leicht tonnengewölbte Decke trägt neobarocke Malerei mit religiösen Symbolen, die dem Raum Tiefe und Würde verleihen. Altar, Kanzel, Logen und die Orgel bilden eine geschlossene gestalterische Einheit. Besonders auffällig ist die frei hängende Taufe aus dem 18. Jahrhundert – ein kunsthandwerkliches Unikat aus Holz und vergoldetem Schmiedeeisen.
Literarisch verewigt wurde die Kirche durch Theodor Fontane, der 1869 von einer geheimnisvollen, beinahe unheimlichen Stimmung berichtete und das Schaurig-Schöne des Ortes beschrieb. Die heute nicht mehr zugängliche Gruft mit ihrer Legendenbildung gehört bis heute zur besonderen Aura des Bauwerks.
Die Dorfkirche Falkenrehde ist ein Ort, an dem Geschichte, Architektur und Erzählungen zusammenkommen – ein stiller, eindrucksvoller Zeuge vergangener Zeiten mitten im Alltag des Havellandes.
 

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