Die Dorfkirche Schönwalde‑Glien im Ortsteil Schönwalde‑Dorf ist ein bedeutendes historisches Bauwerk im Havelland und ein eindrucksvolles Beispiel barocker Kirchenarchitektur. Sie wurde 1737 im Stil des Barock aus verputztem Backstein errichtet und vor über 285 Jahren eingeweiht – eine Zeit, in der das preußische Königreich unter Friedrich Wilhelm I. prägenden Einfluss nahm.
Der schlichte, aber würdige Saalbau mit dreiseitigem Ostabschluss und dem quadratischen Westturm mit Laterne ist ein charakteristisches Baudenkmal des 18. Jahrhunderts und steht heute unter Denkmalschutz. Im Inneren bewahrt die Kirche eine offene, hufeisenförmige Empore aus der Bauzeit und eine historische Orgel von Joachim Wagner aus dem Jahr 1739, die sowohl zu Gottesdiensten als auch zu Konzerten erklingt.
Ein weiteres besonderes Detail ist der Rosenkanzelaltar im sogenannten Bauernbarock, eine Stiftung der Familie von Rosey, die auch den Kirchenbau initiiert hat. Über dem Mittelgang hängt ein zwölfarmiger Kronleuchter mit Jahreszahlen aus der Zeit der Befreiungskriege – ein stiller Verweis auf die bewegte Geschichte, durch die das Gebäude hindurchgewachsen ist.
Die Dorfkirche Schönwalde‑Glien ist nicht nur ein Ort der Andacht, sondern auch ein kultureller Ort im Ort: Sie wird im Rahmen von Veranstaltungen, Führungen und Konzerten geöffnet und lädt dazu ein, Geschichte, Architektur und Musik zu erleben. Eingebettet im historischen Dorf umgeben von Fachwerk und alten Gassen bietet sie einen authentischen Einblick in die religiöse und baugeschichtliche Vergangenheit der Region.











