Anders als viele der jahrhundertealten Dorfkirchen im Havelland ist die Kirche in Paulinenaue vergleichsweise jung. Erst 1929 entstand eine eigenständige Kirchengemeinde, die bereits 1932 ihr eigenes Gotteshaus einweihen konnte. Nach den Plänen des Berliner Architekten Erwin Rettig entstand ein schlichter Kirchenbau mit expressionistischen Gestaltungselementen. Besonders charakteristisch sind die halbrunde Eingangsvorhalle, der schmale Rundturm mit seiner Kegelspitze und die markanten Klinkerkreuze. Im Inneren befindet sich eine Sauer-Orgel aus dem Jahr 1972.
Zwischen 2022 und 2025 wurde die Dorfkirche umfassend saniert und behutsam an ihre neuen Aufgaben angepasst. Neben der Erneuerung der Fassade, der Fenster und der Heizungsanlage erhielt das Gebäude einen barrierefreien Zugang. Auch die ursprüngliche Farbgestaltung des Kirchenraums wurde wiederhergestellt. Am 1. Juni 2025 feierten die Paulinenauer die Wiedereröffnung ihrer Kirche.
Seitdem erfüllt das Gotteshaus eine doppelte Funktion: Neben Gottesdiensten bietet es Raum für kulturelle Veranstaltungen, Vereinstreffen und gemeinschaftliche Aktivitäten. Familien, Jugendliche und Senioren finden hier einen Ort für Begegnungen und Austausch. Damit übernimmt die Kirche zugleich die Funktion eines Dorfgemeinschaftshauses, das es in Paulinenaue zuvor nicht gab.
Die Dorfkirche Paulinenaue ist ein besonderes Beispiel dafür, wie ein historisches Gebäude mit neuem Leben erfüllt werden kann. Als Gotteshaus und Gemeinschaftstreffpunkt zugleich bildet sie einen wichtigen Mittelpunkt des Ortes und lädt auch Besucher dazu ein, ein Stück lebendige Dorfgeschichte kennenzulernen.
Dorfkirche Paulinenaue
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