CC-BY-ND Tourismusverband Havelland e.V. / Steven Ritzer

Im Havelplausch

mit Ute Lucke-Polz

Der Lucke-Hof in Premnitz steht seit über 300 Jahren für Kontinuität und für Geschichten, die man sehen, hören und fühlen kann. Zwischen alten Backsteinen, weiten Flächen und dem Duft frisch gebackenen Brots empfängt Frau Dr. Ute Lucke-Polz heute Gäste, die neugierig auf das Leben früherer Generationen sind.

„Ich wurde hier geboren und mit dem Wasser der Havel getauft“, erzählt sie. Gemeinsam mit ihrer Tochter, Dr. Silke Specht, führt sie über das denkmalgeschützte Anwesen. In der schwarzen Küche lodert manchmal noch der alte Grudenherd, im Backhaus riecht es nach warmem Teig, in der Kutscherkammer erzählen Möbel und Werkzeuge vom Alltag der Menschen, die hier lebten und arbeiteten.

GESCHICHTE ZUM ANFASSEN

Auf dem Hof darf man vieles selbst ausprobieren. Butter schlagen, Wäsche mit dem Waschbrett waschen oder Werkzeuge in die Hand nehmen, die früher täglich gebraucht wurden. Besonders Schulklassen erleben hier, wie Geschichte ganz konkret wird. 

Die Nähe zur Havel bleibt immer spürbar. Viele Gäste gehen abends an das Ufer, wenn das Licht flach über dem Wasser liegt und die Störche klappern. Für Frau Lucke-Polz ist das Teil der Identität des Hofes. „Unser Hof erzählt vom Leben der Menschen hier – von Arbeit, Wandel und Zusammenhalt“, sagt sie.

EIN ORT, DER VERANTWORTUNG TRÄGT

Den Hof zu bewahren, war für sie ein Versprechen. Kurz vor seinem Tod bat ihr Vater sie, die Geschichte dieses Ortes lebendig zu halten. Diese Verantwortung trägt sie weiter – mit Ruhe, mit Respekt und mit dem Wissen, wie wichtig der Hof für die Region ist. 

Besonders im Gedächtnis geblieben ist ihr eine Schulklasse. „Die Kinder zeichneten den Grabstein meiner Großmutter ab, nachdem ich ihre Geschichte erzählt hatte. Das war einer dieser Momente, in denen Geschichte lebendig wird.“

„Ich wurde hier geboren und mit dem Wasser der Havel getauft.“
Ute Lucke-Polz

Der Lucke-Hof

Am 2. Wochenende im Juni lädt der Lucke-Hof im Rahmen der Landpartie zum Backofenfest ein – mit frisch gebackenem Brot, alten Handwerkstechniken und vielen Geschichten aus drei Jahrhunderten Havelland.