CC-BY-ND Tourismusverband Havelland e.V. / Steven Ritzer

Im Havelplausch

mit Marina Wesche

Wer durch Ribbeck spaziert, riecht den süßen Duft der Birnen und hört irgendwo noch Fontanes Verse nachklingen. Gleich neben dem Herrenhaus, in der Alten Brennerei, begrüßt Marina Wesche ihre Gäste. Drinnen duftet es nach Honig, Essig und Kräutern – nach Dingen, die Zeit brauchen.

EIN WEG ZURÜCK NACH RIBBECK

Marina stammt aus Nauen. Sie war Botenfrau, hat Theaterstücke geschrieben und selbst gespielt. Bei einer szenischen Stadtführung traf sie damals Friedrich Carl von Ribbeck, der seinen Vorfahren verkörperte. Der Kontakt blieb, und irgendwann zog es sie zurück nach Ribbeck. Dorthin, wo Geschichte und Gegenwart so nah beieinanderliegen.

EIN ORT, AN DEM ALTE DINGE WEITERLEBEN

2008 eröffnete sie ihr erstes Café im alten Waschhaus. Als sie viele Jahre später in die sanierte Alte Brennerei umzog, nahm sie nicht nur Möbel mit, sondern auch Erinnerungen. Emailletöpfe, alte Wäsche, kleine Fundstücke aus dem Dorf. Sogar Oma Idas Hochzeitsnachthemd hängt heute über den Gästen und erzählt still seine eigene Geschichte.

In der Brennerei wird längst kein Schnaps mehr hergestellt. Stattdessen gärt hier Essig. Birnenessig, um genau zu sein. Marina hat sich zur Essigbrauerin ausbilden lassen. Ihr Oximel, eine Mischung aus Honig und rohem Essig, ist ihr Lieblingsprodukt.

NATUR, WISSEN UND VERBUNDENHEIT

Marina geht es nicht nur um das, was in den Flaschen landet. Es geht ihr um Verbundenheit mit dem Ort, mit den Menschen und mit dem, was seit Generationen in Ribbeck weitergegeben wird. Sie ist studierte Phytotherapeutin und ausgebildete Waldbadenführerin. Ab 2026 wird sie dieses Wissen auch in entsprechenden Führungen weitergeben. Ihr Kräuterwissen und die Liebe zur Naturheilkunde fließen schon heute in ihre Produkte ein – und in die Geschichten, die sie ihren Gästen erzählt.

„Ich mag Dinge, die leben“, sagt sie. „Mein Essig ist roh, er atmet noch.“
CC-BY-ND Tourismusverband Havelland e.V. / Steven Ritzer

Mein Tipp:

In der Alten Brennerei lohnt sich ein Stopp im „Naschmarkt“ – Marinas kleinem Hofladen, in dem man Birnenleberwurst, Sauerhonig, Birnenschmalz und viele andere Kostproben aus Ribbeck probieren kann.