---
title: "Mühlenbank Wagenitz"
url: "https://www.visithavelland.de/poi/muehlenbank-wagenitz"
description: "1571 ließ Hartwig von Bredow in Wagenitz eine freistehende Küche bauen. Kein Dach, zwei offene Rauchfänge, die sich nach oben hin verjüngten wie Schornsteine. Ein eigenartiges Bauwerk schon damals. Heute ist es das Wahrzeichen des Ortes, steht unter Denkmalschutz und gibt seit 1972 jedes Jahr Störchen ein Zuhause. Der Schwedenturm hat die Schweden überlebt, den Dreißigjährigen Krieg, einen Teilkollaps 1984 und vier Jahrhunderte Havelländischen Winter. Zwischen diesem Turm und der Dorfkirche steht die Mühlenbank Wagenitz. Direkt auf dem Anger, mit der Büchertauschzelle gleich daneben. Von dieser Bank aus sieht man alles, was Wagenitz ausmacht – Vergangenheit und Gegenwart auf einem einzigen Platz.Der Turm ohne Dach Der Schwedenturm war nie ein Turm im eigentlichen Sinne. Hartwig von Bredow errichtete ihn als Küchenbau, freistehend aus Brandschutzgründen, mit zwei Herden, einer mittleren Scheidewand und Rauchfängen, die wie kuppelartige Kamine nach oben ausliefen. Solche Konstruktionen gab es an Klöstern und Schlössern, aber die Wagenitzer Variante war architektonisch ungewöhnlich. Die Rauchfänge standen offen in den Himmel. Der Dreißigjährige Krieg ließ kaum etwas stehen. Schwedische Söldner zerstörten und plünderten das Dorf. Nur der kaum achtjährige Hans Christoph I. von Bredow überlebte, weil er bei einem Onkel außerhalb von Wagenitz untergekommen war. Als Erwachsener baute er das Dorf wieder auf: Gutshaus, Gutsgelände, Dorfkirche. Und den Turm, dem der Volksmund später den Namen der Zerstörer gab, ließ er stehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wohnten Menschen darin, bis 1969. Dann kamen die Störche. 1984 brach ein Rauchfang in sich zusammen. Von 1991 bis 1994 wurde das Gebäude für 710.000 DM gesichert. Seit 1995 beherbergt der Turm ein kleines Museum. Und die Störche blieben, durch Bauarbeiten und Wintereinbrüche, Jahr für Jahr.Was unter der Kirche liegt Die Dorfkirche Wagenitz birgt im Ostteil ein Geheimnis, das die Einwohner seit Generationen kannten und nicht vollständig kannten. Unter dem Chorraum befindet sich das Erbbegräbnis derer von Bredow, vermutlich 1664 angelegt, zeitgleich mit dem Kirchenneubau nach dem Dreißigjährigen Krieg. Durch zwei kleine Öffnungen im Sockelmauerwerk leuchteten Generationen von Kindern, später mit dem Handy, ins Innere. An der Südseite schaute ein Bein aus einem halboffenen Sarg. Als statische Probleme eine Untersuchung nötig machten, öffneten Bauhistoriker das Gewölbe. Sie zählten 26 Holzsärge, darunter etwa zehn Kindersärge. Inschriften belegen die Beerdigung eines preußischen Ministers und von Hans Christoph I. selbst, dem Mann, der Wagenitz nach dem Dreißigjährigen Krieg wiederaufgebaut hatte. Mehr als 80 Prozent der heute weltweit lebenden Bredow-Nachkommen haben Vorfahren in dieser Gruft. Der Förderverein Dorfkirche Wagenitz e.V. hat die Restaurierung des Gewölbes nach langen Planungen umgesetzt. Die Gruft ist heute gesichert und zugänglich, das übergroße Votivgemälde der Familie Bredow im Altarraum erzählt oben, was unten liegt.Aus Garagen wurde ein Café Direkt an der FONTANE.RAD-Route gelegen, ist das Lisbeth Hofcafé ein Ort, an dem man eigentlich nur kurz pausieren wollte und dann doch länger bleibt. Was einmal LPG-Garagen waren, ist heute ein Café mit selbst gebackenen Köstlichkeiten aus regionalen Zutaten und cremigem Eis aus einer kleinen Brandenburger Eismanufaktur. Dazu Konzertabende, auf denen man zu Funk, Soul und 80er-Pop tanzt, Feiern, Catering – ein Ort, der mehr kann, als man ihm von außen ansieht. Im Café selbst gibt es einen Hofladen mit Dingen, die das Havelland schmecken und riechen lassen: Honig, Aufstriche, Säfte, Liköre, Kaffee, Keramik. Wer ein Geschenk sucht, findet hier liebevoll ausgesuchte Produkte. Die Kellergaststätte Wagenitz liegt im Park des ehemaligen Schlosses. Der Schlossbrand von 1945 ließ das Herrenhaus zur Ruine werden, der Park blieb. Er ist heute Gemeindeeigentum, acht Hektar mit seltenen Baumarten und dem Grillplatz am Rande. Die Kellergaststätte wurde in die alte Brennerei eingebaut und bietet deftige Küche an einem Ort, an dem es nach altem Holz und Geschichte riecht.Auf dem Anger, zwischen Turm und Kirche Die Mühlenbank auf dem Dorfanger liegt auf dem ältesten Freiraum des Ortes. Anger in märkischen Dörfern waren kein Schmuckstück, sie waren Gemeinschaftsfläche, Weidegrund, Treffpunkt. In Wagenitz ist der Anger heute ein grüner Platz zwischen zwei Jahrhunderten: links der Schwedenturm aus dem 16. Jahrhundert, rechts die Dorfkirche mit ihrer Gruft aus dem 17. Direkt an der Bank steht die Büchertauschzelle, eine umgebaute Telefonzelle wie in Haage – dieselbe Idee, ein eigener Charakter. Wagenitz hat außerdem den Heimatverein „Rund um den Schwedenturm\", die Countryfreunde Wagenitz, die Theatergruppe „Die Wagesäcke\" und einen Disc-Golf-Parcours im Park. Das ist kein Dorf, das sich selbst vergessen hat. Von der Bank aus lässt sich das alles in einem einzigen Blick erfassen. Der Turm steht schief genug, um interessant zu sein. Die Kirchturmspitze ragt dahinter auf. Die FONTANE.RAD-Route führt direkt vorbei, und wer auf ihr unterwegs ist, hat hier einen guten Grund innezuhalten."
language: "de"
type: "Place"
image: "http://backoffice2.reiseland-brandenburg.de/rpcServer/public/file/get/id/593442"
breadcrumb: "Root > Startseite > Special > Destination.Data Details > Poi"
---

Teilen

Mühlenbank Wagenitz
===================

- Tipp
- Sitzbänke

Mühlenbank Wagenitz

Treffen Mühlenbank Wagenitz

Treffen Mühlenbank Wagenitz

Schwedenturm Wagenitz

Dorfstraße Wagenitz

Café Lisbeth Wagenitz

Kellergaststätte Wagenitz

Feuerwehr Wagenitz

Dorfkirche Wagenitz

Dorfkirche Wagenitz Führung

1571 ließ Hartwig von Bredow in Wagenitz eine freistehende Küche bauen. Kein Dach, zwei offene Rauchfänge, die sich nach oben hin verjüngten wie Schornsteine. Ein eigenartiges Bauwerk schon damals. Heute ist es das Wahrzeichen des Ortes, steht unter Denkmalschutz und gibt seit 1972 jedes Jahr Störchen ein Zuhause. Der Schwedenturm hat die Schweden überlebt, den Dreißigjährigen Krieg, einen Teilkollaps 1984 und vier Jahrhunderte Havelländischen Winter.
Zwischen diesem Turm und der Dorfkirche steht die Mühlenbank Wagenitz. Direkt auf dem Anger, mit der Büchertauschzelle gleich daneben. Von dieser Bank aus sieht man alles, was Wagenitz ausmacht – Vergangenheit und Gegenwart auf einem einzigen Platz.

**Der Turm ohne Dach**
Der Schwedenturm war nie ein Turm im eigentlichen Sinne. Hartwig von Bredow errichtete ihn als Küchenbau, freistehend aus Brandschutzgründen, mit zwei Herden, einer mittleren Scheidewand und Rauchfängen, die wie kuppelartige Kamine nach oben ausliefen. Solche Konstruktionen gab es an Klöstern und Schlössern, aber die Wagenitzer Variante war architektonisch ungewöhnlich. Die Rauchfänge standen offen in den Himmel.
Der Dreißigjährige Krieg ließ kaum etwas stehen. Schwedische Söldner zerstörten und plünderten das Dorf. Nur der kaum achtjährige Hans Christoph I. von Bredow überlebte, weil er bei einem Onkel außerhalb von Wagenitz untergekommen war. Als Erwachsener baute er das Dorf wieder auf: Gutshaus, Gutsgelände, Dorfkirche. Und den Turm, dem der Volksmund später den Namen der Zerstörer gab, ließ er stehen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wohnten Menschen darin, bis 1969. Dann kamen die Störche. 1984 brach ein Rauchfang in sich zusammen. Von 1991 bis 1994 wurde das Gebäude für 710.000 DM gesichert. Seit 1995 beherbergt der Turm ein kleines Museum. Und die Störche blieben, durch Bauarbeiten und Wintereinbrüche, Jahr für Jahr.

**Was unter der Kirche liegt**
Die Dorfkirche Wagenitz birgt im Ostteil ein Geheimnis, das die Einwohner seit Generationen kannten und nicht vollständig kannten. Unter dem Chorraum befindet sich das Erbbegräbnis derer von Bredow, vermutlich 1664 angelegt, zeitgleich mit dem Kirchenneubau nach dem Dreißigjährigen Krieg. Durch zwei kleine Öffnungen im Sockelmauerwerk leuchteten Generationen von Kindern, später mit dem Handy, ins Innere. An der Südseite schaute ein Bein aus einem halboffenen Sarg.
Als statische Probleme eine Untersuchung nötig machten, öffneten Bauhistoriker das Gewölbe. Sie zählten 26 Holzsärge, darunter etwa zehn Kindersärge. Inschriften belegen die Beerdigung eines preußischen Ministers und von Hans Christoph I. selbst, dem Mann, der Wagenitz nach dem Dreißigjährigen Krieg wiederaufgebaut hatte. Mehr als 80 Prozent der heute weltweit lebenden Bredow-Nachkommen haben Vorfahren in dieser Gruft.
Der Förderverein Dorfkirche Wagenitz e.V. hat die Restaurierung des Gewölbes nach langen Planungen umgesetzt. Die Gruft ist heute gesichert und zugänglich, das übergroße Votivgemälde der Familie Bredow im Altarraum erzählt oben, was unten liegt.

**Aus Garagen wurde ein Café**
Direkt an der FONTANE.RAD-Route gelegen, ist das Lisbeth Hofcafé ein Ort, an dem man eigentlich nur kurz pausieren wollte und dann doch länger bleibt. Was einmal LPG-Garagen waren, ist heute ein Café mit selbst gebackenen Köstlichkeiten aus regionalen Zutaten und cremigem Eis aus einer kleinen Brandenburger Eismanufaktur. Dazu Konzertabende, auf denen man zu Funk, Soul und 80er-Pop tanzt, Feiern, Catering – ein Ort, der mehr kann, als man ihm von außen ansieht.
Im Café selbst gibt es einen Hofladen mit Dingen, die das Havelland schmecken und riechen lassen: Honig, Aufstriche, Säfte, Liköre, Kaffee, Keramik. Wer ein Geschenk sucht, findet hier liebevoll ausgesuchte Produkte.
Die Kellergaststätte Wagenitz liegt im Park des ehemaligen Schlosses. Der Schlossbrand von 1945 ließ das Herrenhaus zur Ruine werden, der Park blieb. Er ist heute Gemeindeeigentum, acht Hektar mit seltenen Baumarten und dem Grillplatz am Rande. Die Kellergaststätte wurde in die alte Brennerei eingebaut und bietet deftige Küche an einem Ort, an dem es nach altem Holz und Geschichte riecht.

**Auf dem Anger, zwischen Turm und Kirche**
Die Mühlenbank auf dem Dorfanger liegt auf dem ältesten Freiraum des Ortes. Anger in märkischen Dörfern waren kein Schmuckstück, sie waren Gemeinschaftsfläche, Weidegrund, Treffpunkt. In Wagenitz ist der Anger heute ein grüner Platz zwischen zwei Jahrhunderten: links der Schwedenturm aus dem 16. Jahrhundert, rechts die Dorfkirche mit ihrer Gruft aus dem 17. Direkt an der Bank steht die Büchertauschzelle, eine umgebaute Telefonzelle wie in Haage – dieselbe Idee, ein eigener Charakter.
Wagenitz hat außerdem den Heimatverein „Rund um den Schwedenturm", die Countryfreunde Wagenitz, die Theatergruppe „Die Wagesäcke" und einen Disc-Golf-Parcours im Park. Das ist kein Dorf, das sich selbst vergessen hat.
Von der Bank aus lässt sich das alles in einem einzigen Blick erfassen. Der Turm steht schief genug, um interessant zu sein. Die Kirchturmspitze ragt dahinter auf. Die FONTANE.RAD-Route führt direkt vorbei, und wer auf ihr unterwegs ist, hat hier einen guten Grund innezuhalten.

Weiterlesen

Gut zu wissen
-------------

Kontaktdaten

Lindenstrasse

14662 Wagenitz

In der Nähe
-----------

Auf der Karte anschauen

- Veranstaltung
    
    
    - Ausstellung
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    - Chor / Folklore / Volksmusik
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    - Chor / Folklore / Volksmusik
- Essen &amp; Trinken
    
    
    - Gastronomie
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    - Gastronomie
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    - Gastronomie
- Unterkünfte
    
    
    - Ferienwohnungen etc.
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    - Hotels, Pensionen etc.
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    - Hotels, Pensionen etc.
- Sehenswertes
    
    
    - Kirchen
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    - Historische Baudenkmäler und Stätten
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    - Gärten und Parkanlagen

Kontaktdaten

Lindenstrasse

14662 Wagenitz