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title: "Mühlenbank Senzke"
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description: "1742 schickte das Gut Senzke zwei vierspännige Fuhren Buchsbaum nach Charlottenburg. Friedrich II. hatte gerade den Thron bestiegen und ließ die Schlossgärten herrichten. Der Buchsbaum kam aus dem Havelländischen Luch – aus einem Dorf mit heute rund 246 Einwohnern, das an der Grenzlinie zwischen Niedermoor und Hochfläche liegt. Senzke war damals kein unbedeutender Ort. Es war der Ausgangspunkt einer Gärtnerfamilie, die über drei Generationen die königlich-preußischen Gärten prägte. Die Mühlenbank Senzke steht an der Schlossstraße, den Rücken zum Friedhof. Von hier aus sieht man, was Senzke zusammenhält: links Richtung Haage die sanierte Schnitterkaserne, rechts die Straße hinunter ein erhaltenes Gutsarbeiterhaus, und hinter einer Efeuhecke lässt sich die alte Schule erahnen, die zu DDR-Zeiten als Kindergarten diente. Weiter die Schlossstraße hinauf liegen das Fintelmannhaus, die Kirche und das Gutshaus. Alles nah beieinander, alles mit Geschichte.Das Haus, in dem alles begann Das Fintelmannhaus an der Schlossstraße 22 wurde 1701 erbaut – als Wohnhaus für die Gärtnerfamilie des Guts derer von Bredow. Hier zog Joachim Heinrich Fintelmann 1727 ein, nachdem er die Stelle des Gutsgärtners angetreten hatte. Was genau er in Senzke anlegte oder pflegte, ist nicht überliefert. Aber das Gut lieferte Pflanzen nach Charlottenburg, und Fintelmann folgte ihnen irgendwann dorthin. Sein Sohn Carl Friedrich Simon Fintelmann wurde 1738 in Senzke geboren und starb 1811 als königlicher Hofgärtner im Küchengarten von Charlottenburg. Die nachfolgenden Generationen der Familie hinterließen ihre Handschrift in Charlottenburg, auf der Pfaueninsel bei Potsdam und in zahlreichen anderen brandenburgischen Schloss- und Parkgärten. Das Haus selbst ist heute mehr als ein historisches Gebäude. Es ist der touristische Infopunkt der Gemeinde Mühlenberge, Galerie und Gemeindetreffpunkt – die „Gute Stube\" von Mühlenberge, wie es die Gemeinde selbst nennt. Wer nach Senzke kommt, findet hier Ausstellungen regionaler Künstler, Informationen zum Havelland und manchmal auch Lesungen und Vorträge. Der Fremdenverkehrsverband Havelländisches Luch e.V., der 2015 sein 25-jähriges Bestehen feierte, hat hier seinen Stammsitz. Auch weitere Bänke am Fintelmannhaus und an der Kirche laden zum Verweilen ein – von dort hat man einen schönen Blick auf die gesamte Dorfmitte mit Gutshaus, Kirche und Fintelmannhaus zusammen.Die Kirche, die Fontane kannte Die Dorfkirche Senzke wurde 1857 im Stil der Schinkelschule errichtet – der dritte Kirchenbau an dieser Stelle. Sie ist ein Putzbau mit Apsis, einem quadratischen Turm und zwei Glocken. Was sie von vielen Dorfkirchen in der Mark unterscheidet, sind die naiven Bauernmalereien im Inneren, entstanden um 1720. Szenen aus der biblischen Geschichte, in einem eigenwilligen, volkstümlichen Stil, der nichts von höfischer Kunstfertigkeit hat und einen gerade deshalb nicht mehr loslässt. Theodor Fontane sah diese Bilder und erwähnte sie in seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Das Patronatsgestühl mit den 12 Aposteln, die Darstellungen der vier Evangelisten an der Kanzel, die Winterkirche im unteren Bereich – Senzke hat eine der reichhaltigsten Kirchenausstattungen in der Gemeinde Mühlenberge. Und die von Bredows, als Patrone der Kirche über Generationen, haben ihre Wappen auch hier hinterlassen.Das Gutshaus und das Heimatmuseum Das Gutshaus Senzke steht an der Schlossstraße, umgeben von einem Park, der mit großem Aufwand in den Originalzustand des späten 19. Jahrhunderts zurückgeführt wurde. Es befindet sich heute in Privatbesitz und ist nicht öffentlich zugänglich. Originale Wirtschaftsgebäude stehen auf dem Gelände nicht mehr, doch eine dem Hausstil angepasste Garage, kürzlich errichtet, zeigt, dass die Eigentümer das Ensemble mit Bedacht weiterentwickeln. Von der Straße aus lässt sich das Haus gut in Augenschein nehmen. Das Heimatmuseum in Senzke bewahrt die Alltagsgeschichte dieser Dörfer. Wer wissen möchte, wie das Leben hier vor dem Krieg, nach der Bodenreform oder in der DDR-Zeit aussah, findet dort Antworten – in Gegenständen, Fotos, Dokumenten, die zeigen, dass Geschichte in Senzke nicht erst im Gutshaus beginnt und auch nicht dort aufhört.An der Schlossstraße, direkt am Havelland-Radweg Die Mühlenbank steht an einem der ältesten Straßenzüge des Ortes. Die Schlossstraße führt direkt am Fintelmannhaus vorbei, an dem auch der Havelland-Radweg entlangläuft. Wer aus Berlin oder Rathenow mit dem Rad kommt, passiert Senzke auf dem Weg durch das Havelländische Luch – und hat auf der Bank einen guten Grund, kurz innezuhalten. Die Schlossstraße hat mehr zu erzählen, als man ihr ansieht. Wer von der B5 kommend in den Ort einfährt, passiert gleich am Anfang auf der rechten Seite den alten Bahnhof von Senzke. Hier wurden einst Waren verladen, und von hier aus fuhr die Kleinbahn nach Nauen und nach Kotzen. Das Gebäude ist heute in Privatbesitz, aber gut erhalten. Direkt gegenüber, auf der anderen Straßenseite, steht noch die frühere Dorfgastwirtschaft – ebenfalls privat, ebenfalls noch da. Das ist die Dorfmitte, wie sie sich über Jahrzehnte kaum verändert hat. Das Fintelmannhaus ein Stück weiter, die Kirche direkt gegenüber, das Gutshaus am Ende des Weges. Drei Gebäude, drei Geschichten, ein kleines Dorf. Fontane hätte die Bank gefunden. Er hätte sich gesetzt, ein Gespräch angefangen und drei Seiten darüber geschrieben, was er dabei gedacht hat."
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Mühlenbank Senzke
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Mühlenbank Senzke

Treffen an der Mühlenbank Senzke

Treffen an der Mühlenbank Senzke

Fintelmannhaus Senzke

Ausstellungsraum Fintelmannhaus Senzke

Dorfkirche Senzke

Altar Dorfkirche Senzke

Radfahrer Fintelmannhaus Senzke

1742 schickte das Gut Senzke zwei vierspännige Fuhren Buchsbaum nach Charlottenburg. Friedrich II. hatte gerade den Thron bestiegen und ließ die Schlossgärten herrichten. Der Buchsbaum kam aus dem Havelländischen Luch – aus einem Dorf mit heute rund 246 Einwohnern, das an der Grenzlinie zwischen Niedermoor und Hochfläche liegt. Senzke war damals kein unbedeutender Ort. Es war der Ausgangspunkt einer Gärtnerfamilie, die über drei Generationen die königlich-preußischen Gärten prägte.
Die Mühlenbank Senzke steht an der Schlossstraße, den Rücken zum Friedhof. Von hier aus sieht man, was Senzke zusammenhält: links Richtung Haage die sanierte Schnitterkaserne, rechts die Straße hinunter ein erhaltenes Gutsarbeiterhaus, und hinter einer Efeuhecke lässt sich die alte Schule erahnen, die zu DDR-Zeiten als Kindergarten diente. Weiter die Schlossstraße hinauf liegen das Fintelmannhaus, die Kirche und das Gutshaus. Alles nah beieinander, alles mit Geschichte.

**Das Haus, in dem alles begann**
Das Fintelmannhaus an der Schlossstraße 22 wurde 1701 erbaut – als Wohnhaus für die Gärtnerfamilie des Guts derer von Bredow. Hier zog Joachim Heinrich Fintelmann 1727 ein, nachdem er die Stelle des Gutsgärtners angetreten hatte. Was genau er in Senzke anlegte oder pflegte, ist nicht überliefert. Aber das Gut lieferte Pflanzen nach Charlottenburg, und Fintelmann folgte ihnen irgendwann dorthin.
Sein Sohn Carl Friedrich Simon Fintelmann wurde 1738 in Senzke geboren und starb 1811 als königlicher Hofgärtner im Küchengarten von Charlottenburg. Die nachfolgenden Generationen der Familie hinterließen ihre Handschrift in Charlottenburg, auf der Pfaueninsel bei Potsdam und in zahlreichen anderen brandenburgischen Schloss- und Parkgärten.
Das Haus selbst ist heute mehr als ein historisches Gebäude. Es ist der touristische Infopunkt der Gemeinde Mühlenberge, Galerie und Gemeindetreffpunkt – die „Gute Stube" von Mühlenberge, wie es die Gemeinde selbst nennt. Wer nach Senzke kommt, findet hier Ausstellungen regionaler Künstler, Informationen zum Havelland und manchmal auch Lesungen und Vorträge. Der Fremdenverkehrsverband Havelländisches Luch e.V., der 2015 sein 25-jähriges Bestehen feierte, hat hier seinen Stammsitz. Auch weitere Bänke am Fintelmannhaus und an der Kirche laden zum Verweilen ein – von dort hat man einen schönen Blick auf die gesamte Dorfmitte mit Gutshaus, Kirche und Fintelmannhaus zusammen.

**Die Kirche, die Fontane kannte**
Die Dorfkirche Senzke wurde 1857 im Stil der Schinkelschule errichtet – der dritte Kirchenbau an dieser Stelle. Sie ist ein Putzbau mit Apsis, einem quadratischen Turm und zwei Glocken. Was sie von vielen Dorfkirchen in der Mark unterscheidet, sind die naiven Bauernmalereien im Inneren, entstanden um 1720. Szenen aus der biblischen Geschichte, in einem eigenwilligen, volkstümlichen Stil, der nichts von höfischer Kunstfertigkeit hat und einen gerade deshalb nicht mehr loslässt.
Theodor Fontane sah diese Bilder und erwähnte sie in seinen *Wanderungen durch die Mark Brandenburg*. Das Patronatsgestühl mit den 12 Aposteln, die Darstellungen der vier Evangelisten an der Kanzel, die Winterkirche im unteren Bereich – Senzke hat eine der reichhaltigsten Kirchenausstattungen in der Gemeinde Mühlenberge. Und die von Bredows, als Patrone der Kirche über Generationen, haben ihre Wappen auch hier hinterlassen.

**Das Gutshaus und das Heimatmuseum**
Das Gutshaus Senzke steht an der Schlossstraße, umgeben von einem Park, der mit großem Aufwand in den Originalzustand des späten 19. Jahrhunderts zurückgeführt wurde. Es befindet sich heute in Privatbesitz und ist nicht öffentlich zugänglich. Originale Wirtschaftsgebäude stehen auf dem Gelände nicht mehr, doch eine dem Hausstil angepasste Garage, kürzlich errichtet, zeigt, dass die Eigentümer das Ensemble mit Bedacht weiterentwickeln. Von der Straße aus lässt sich das Haus gut in Augenschein nehmen.
Das Heimatmuseum in Senzke bewahrt die Alltagsgeschichte dieser Dörfer. Wer wissen möchte, wie das Leben hier vor dem Krieg, nach der Bodenreform oder in der DDR-Zeit aussah, findet dort Antworten – in Gegenständen, Fotos, Dokumenten, die zeigen, dass Geschichte in Senzke nicht erst im Gutshaus beginnt und auch nicht dort aufhört.

**An der Schlossstraße, direkt am Havelland-Radweg**
Die Mühlenbank steht an einem der ältesten Straßenzüge des Ortes. Die Schlossstraße führt direkt am Fintelmannhaus vorbei, an dem auch der Havelland-Radweg entlangläuft. Wer aus Berlin oder Rathenow mit dem Rad kommt, passiert Senzke auf dem Weg durch das Havelländische Luch – und hat auf der Bank einen guten Grund, kurz innezuhalten. Die Schlossstraße hat mehr zu erzählen, als man ihr ansieht. Wer von der B5 kommend in den Ort einfährt, passiert gleich am Anfang auf der rechten Seite den alten Bahnhof von Senzke. Hier wurden einst Waren verladen, und von hier aus fuhr die Kleinbahn nach Nauen und nach Kotzen. Das Gebäude ist heute in Privatbesitz, aber gut erhalten. Direkt gegenüber, auf der anderen Straßenseite, steht noch die frühere Dorfgastwirtschaft – ebenfalls privat, ebenfalls noch da.
Das ist die Dorfmitte, wie sie sich über Jahrzehnte kaum verändert hat. Das Fintelmannhaus ein Stück weiter, die Kirche direkt gegenüber, das Gutshaus am Ende des Weges. Drei Gebäude, drei Geschichten, ein kleines Dorf.
Fontane hätte die Bank gefunden. Er hätte sich gesetzt, ein Gespräch angefangen und drei Seiten darüber geschrieben, was er dabei gedacht hat.

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